TTA (Tibial Tuberosity Advancement)

Kreuzbandrisse können bei Hunden und Katzen auftreten. Im Laufe der Zeit wurde eine Vielzahl von Operationsmethoden (Kapselraffung z. T. kombiniert mit Fasziendopplung, Fadenzügelung nach Flo, TPLO, TTA) entwickelt, um die verlorene Stabilität wieder herzustellen und Folgeerscheinungen wie Arthrose zu reduzieren. Besonders bei größeren Hunden hat sich in den letzten Jahren die TTA als Methode der Wahl herauskristallisiert.

Diese wurde in Amerika und der Schweiz entwickelt und basiert auf der Korrektur des Winkels im Kniegelenk und damit der Änderung der Gelenkmechanik. Nach diesem Eingriff können die Hunde relativ schnell wieder das operierte Bein belasten, so dass durch Entlastungshaltung entstehende Muskelatrophien nur sehr selten auftreten.

Vorteile der TTA sind:

  • Das Knie wird nicht eröffnet, es sei denn es liegt parallel ein Meniskusschaden vor.
  • Die Operation wird nicht im tragenden Teil der Tibia (Unterschenkel) durchgeführt.
  • Die Methode ist minimal invasiv.
  • Dies alles führt dazu, dass die Rekonvalenzzeit so kurz wie möglich ist und die Hunde sehr schnell das Bein wieder belasten können.

Kreuzband und Meniskusverletzungen sind bei Hunden öfter die Ursache einer akuten und chronischen Lahmheit in den Kleintierpraxen.

Es gibt viele Methoden zu operieren ( z.B. TPLO, TTA).

Durch neuere Methoden wird die Biomechanik der Kniegelenke verändert. TTA wurde vom Prof. Montovon und Tepic im Tierhospital in Zürich entwickelt. In meiner Praxis führe ich in den letzten Jahren routinemäßig TTA Operationen durch.

Kreuzband und Menisken sind wichtige Elemente für die Kniegelenksfunktion.  Wenn es zu einem partiellen Kreuzbandriss kommt, führt dies zuerst zur Lahmheit oder einer Schonhaltung. Die Diagnose in diesem Stadium ist sehr schwierig, da auch Röntgenaufnahmen  keine 100% Aufklärung geben können. Nur anhand der klinischen Untersuchung, rassenspezifischer Krankheiten und mehrjähriger Erfahrung kann man die Diagnose stellen.

Diagnose

Bei einem akuten Kreuzbandriss belasten die Hunde das Bein nicht mehr, da keine Stabilität mehr im Knie mehr ist.

Durch Palpation des Kniegelenkes, ein sogenanntes“ Schubladen- Phänomen“ und des „Tibia Kompression-Testes“ ist die Diagnose zu sichern. Bei Hunden mit hoher Muskelspannung muss manchmal eine leichte Sedation erfolgen, um diese Tests durchführen zu können. Bei einer partiellen bzw. Teilverletzung ist das „Schubladen-Phänomen negativ!

Bei einer Nichtbehandlung kommt es nach einigen Monaten zu einer Muskelatrophie, chronischer Lahmheit und Arthrosen Bildung.

Röntgen

Da das Kreuzband aus Bindegewebe besteht, ist es auf dem Röntgenbild nicht zu erkennen. Nur eine Arthrose oder eine Gelenkschwellung ist diagnostizierbar.

Ziel der Operation TTA

Das Ziel ist die Stabilität des Gelenkes wieder her zu stellen, eine Arthrose zu vermeiden und dem Hund eine schmerzfreie Bewegung zu ermöglichen.

Technik der Operation

Die TTA ist eine schonende Methode und weniger invasiv im Vergleich zu anderen Methoden der. Im Gegenteil zur Methode der TPLO wird die Ostotomie – Linie nicht im tragenden Teil der Knochen sondern im vorderen Teil (Cristia Tibia) durchgeführt. Nach der Ostotomie wird mit einem sogenannten „cage“ der passende Abstand erreicht und dieser mit Hilfe von einem sogenannten “fork“ (Platte) fixiert. Der nötige Abstand vom „cage“ und „fork“ wird anhand einer Messung vorher festgelegt. Durch die Versetzung der Cristia Tibia nach vorne wird die Biomechanik des Gelenkes so verändert, dass ein Ersatz des Kreuzbandes sich erübrigt. Das Schubladen-Phänomen geht verloren.

Die Hunde erholen sich sehr schnell und belasten frühzeitig das Bein. Nach ca. 6 Wochen hat die Knochenheilung stattgefunden, sodass die Hunde nach 3 Monaten sehr gut laufen können.

Komplikationen

Die Komplikationen sind wie bei jeder anderen Operation zu bewerten, im Vergleich zu anderen Methoden aber eher seltener. Vor der Operation sollte man über einen Meniskus Release sprechen!

Das Belecken der Wunde muss unbedingt vermieden werden!

Nachsorge

Ein Verband wird für 1-2 Tage angelegt, um eventuelle Hämatome zu vermeiden. Nach 10 Tagen werden die Fäden gezogen.

Es wird ein Bewegungsplan ausgehändigt, an den man sich unbedingt halten sollte. Nach 6 Wochen findet eine erste Röntgenkontrolle statt und nach weiteren 8 – 9 Wochen eine postoperative Enduntersuchung.