Allergien (Umweltallergie, Futtermittelallergie)

Hautveränderungen und Juckreiz sind Symptome, die sehr häufig bei unseren Haustieren auftreten. Die Tiere kratzen und knabbern so lange an sich, bis Sekundärveränderungen wie Hautentzündungen (Pyodermie) entstehen. Die Ursachen sind häufig sehr komplex, so dass Zeit und diverse spezielle Untersuchungen benötigt werden, um die Diagnose zu stellen. Pyodermien können auch durch verschiedene andere Auslöser wie Bakterien, Parasiten (Flöhe, Demodex, Sarkoptes, Cheyletiella), Pilze (z.B. Malassezia) oder autoimmune Prozesse (Pemphigus, Lupus-Komplex) hervorgerufen werden. Häufig wird die Haut mit Corticosteroiden behandelt, um die Symptome des Juckreizes zu lindern. Es ist jedoch wichtig, die Ursachen genau zu erkennen, um die Erkrankung allumfassend behandeln zu können.

Bei Umweltallergien sind die Allergene in der Regel für Mensch und Tier gleichermaßen krankmachend – nach individuellem Potential. Die Symptome können das ganze Jahr oder nur in bestimmten Jahreszeiten auftreten. Je nachdem ob es sich um Pollen, Gräser und Bäume oder um Hausstaubmilben oder Schimmelpilze handelt. Die Diagnose kann durch verschiedene Tests gestellt werden. Ein Allergie-Screening ist als Perkutan- und Bluttest durchführbar. Während beim Perkutantest die einzelnen Allergene unter die Haut gebracht werden und die Reaktion (Quaddeln) später abgelesen wird, werden im Blut die Antikörperreaktionen auf bestimmte Allergene gemessen. Die Behandlung umfasst mehrere Aspekte. Nicht immer ist es möglich, den Kontakt mit dem Allergen vollständig zu vermeiden, was optimal wäre. Durch die so genannte Hyposensibilisierung wird der Körper mit kleinen Mengen des Allergens vertraut gemacht, wodurch die allergene Reaktion reduziert werden soll. Diese Behandlung ist meistens begleitend und sollte mindestens über ein Jahr durchgeführt werden. Auch omega3-Fettsäuren übers Futter und spezielle Hautshampoos können die Hautfunktionen unterstützen und die Symptome zusätzlich lindern.

Die Häufigkeit von Futtermittelallergien nimmt ständig zu. Sie beruhen auf allergenen Reaktionen des Körpers auf Eiweiße im Fleisch oder Getreide (Reis, Weizen, Mais, Soja, Kartoffeln). Zu den Symptomen gehören Juckreiz und Hautentzündungen besonders im Bereich der Achseln, des Anus und der Pfoten. Zusätzlich können auch Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen und rezidivierende Durchfälle auftreten. Eine Möglichkeit der Diagnose ist das Durchführen einer Eliminationsdiät. Dabei wird die Fütterung für mindestens 8 Wochen auf eine definierte Eiweißquelle reduziert. Ideal sind dabei Eiweißträger, mit denen das Tier vorher noch nicht in Berührung gekommen ist und damit keine Allergie entwickeln konnte: Rentier, Ente, Wild, Tapioka. Häufig ist es sinnvoll, die Mahlzeiten selbst zu kochen. Als Alternative stehen auch kommerzielle hypoallergene Diäten zur Verfügung. Die Diagnose der Futtermittelallergie lässt sich auch mittels eines Allergietestes im Blut stellen. Dieser gibt Anhaltspunkte für allergene Reaktionen auf Futterinhaltsstoffe, die folglich in der Fütterung vermieden werden müssen.

Dies alles zeigt, dass Hauterkrankungen bei unseren Tieren sehr komplexe Themen sind, welche sich häufig durch Antibiotika und Corticoide bessern. Um ein Problem jedoch vollständig und umfassend behandeln und Rezidive dadurch vermeiden zu können, ist es sinnvoll, verschiedene Wege in der Diagnostik zu gehen.